Ratgeber · Förderung und Reihenfolge
KfW-Förderung für Einbruchschutz — was gilt
Für die Nachrüstung von Einbruchschutz an bestehenden Wohngebäuden gibt es eine Förderung der KfW. Vorhaben scheitern dabei selten an der Technik und fast immer an der Reihenfolge: Wer die Handwerkerrechnung schon in der Hand hält, bevor der Antrag gestellt ist, steht in aller Regel ohne Förderung da. Dieser Leitfaden ordnet die Schritte — und nennt bewusst keine Konditionen, weil verbindlich nur ist, was die KfW selbst zum aktuellen Programm schreibt.
Vor der Auftragsvergabe. Der Antrag steht am Anfang des Vorhabens, nicht am Ende.
Ein Fachunternehmen. Selbst montierte Bauteile sind für eine Förderung in aller Regel der falsche Weg.
Technische Mindestanforderungen — nicht die Marke, sondern die geprüfte Eigenschaft des Bauteils.
Ausschließlich bei der KfW. Diese Seite ordnet die Reihenfolge, sie ersetzt keine Förderzusage.
Die kurze Antwort
Die Förderung gibt es — die Reihenfolge entscheidet, ob sie ankommt
Ja: Für Maßnahmen, die ein bestehendes Wohngebäude gegen Einbruch nachrüsten, gibt es eine Förderung der KfW. In welcher Form sie gerade angeboten wird und welche Bedingungen im Einzelnen gelten, steht bewusst nicht in diesem Text, sondern auf der Programmseite der KfW selbst.
Das ist keine Ausflucht, sondern der einzig haltbare Umgang mit einem beweglichen Ziel. Förderprogramme werden angepasst, ausgesetzt und wieder aufgenommen; ein Ratgeber, der Konditionen abschreibt, ist spätestens am Tag nach der nächsten Änderung falsch — und zwar genau dort, wo jemand sich auf ihn verlassen hat.
Stabil geblieben sind über die Jahre drei Punkte, und um die geht es hier: Der Antrag steht vor der Auftragsvergabe. Ausgeführt werden muss von einem Fachunternehmen. Und das eingebaute Bauteil muss technische Mindestanforderungen erfüllen — es genügt nicht, dass es stabil aussieht.
Die Reihenfolge
Fünf Schritte — und der dritte lässt sich nicht nachholen
Zwischen „ich möchte nachrüsten“ und der Auszahlung liegen fünf Schritte, die immer in dieselbe Richtung laufen. Einer davon ist unumkehrbar, und er liegt weiter vorn, als die meisten vermuten.
- Schritt 1Informieren, bevor etwas bestellt wird
Den aktuellen Programmstand direkt bei der KfW lesen und parallel klären, was an Ihrer Tür technisch überhaupt trägt. Das eine sagt, was gefördert wird, das andere, was montierbar ist.
- Schritt 2Beraten lassen und die Maßnahme festlegen
Erst wenn feststeht, welches Bauteil an welche Tür soll, lässt sich ein Vorhaben sauber beschreiben. Herstellerneutral beraten auch die polizeilichen Beratungsstellen — sie empfehlen kein Fabrikat.
- Schritt 3Antrag stellen — vor der Auftragsvergabe
Der Antrag gehört vor die Vergabe des Auftrags. Wer zuerst beauftragt und danach beantragt, geht in aller Regel leer aus, auch wenn die Maßnahme technisch einwandfrei ausgeführt wurde.
- Schritt 4Durch ein Fachunternehmen ausführen lassen
Die Arbeiten müssen von einem Fachunternehmen ausgeführt werden. Eigenleistung ist hier kein Sparweg, sondern ein Ausschlussgrund — und an einer Haustür ohnehin selten eine gute Idee.
- Schritt 5Nachweis führen, dann Auszahlung
Zum Schluss werden die ausgeführten Arbeiten nachgewiesen: Rechnung, Bestätigung des ausführenden Betriebs, je nach Programm weitere Unterlagen. Heben Sie auch das auf, was unwichtig aussieht.
Die Reihenfolge ist keine Formsache. Liegt die Handwerkerrechnung vor dem Antrag, ist der Weg in aller Regel zu — nachreichen lässt sich das nicht. Deshalb steht in diesem Leitfaden das Gespräch über die Machbarkeit ganz vorn und die Montage ganz hinten, und deshalb ist der erste Anruf beim Fachbetrieb kein Auftrag, sondern eine Klärung.
Typische Maßnahmen
Was an einem Bestandsgebäude überhaupt nachgerüstet wird
Gefördert wird die Nachrüstung — also das, was an einem vorhandenen Bauteil ergänzt oder ersetzt wird. Diese sechs Gruppen decken den weitaus größten Teil dessen ab, worüber am Telefon gesprochen wird.
- Die Wohnungs- oder Haustür
Querriegelschloss über die ganze Türbreite, Schutzbeschlag gegen das Aufbohren und Abziehen des Zylinders, Sicherheitszylinder mit Bohr- und Ziehschutz, ein stabileres Schließblech im Rahmen. Was die Begriffe bedeuten, steht im Glossar: Begriffe: Querriegel, Bandseitensicherung, Schutzbeschlag.
- Fenster und Fenstertüren
Nachrüstbare Zusatzsicherungen an der Griff- und an der Bandseite, abschließbare Griffe, Pilzkopfzapfen — also Verriegelungszapfen, die sich beim Schließen hinter dem Rahmenbeschlag verhaken, statt nur anzuliegen.
- Nebeneingang und Terrassentür
Die unauffällige Tür an der Rückseite ist regelmäßig die schwächste am ganzen Haus: schmaler Rahmen, alter Beschlag, kein Blickkontakt zur Straße. Sie gehört in jede Aufnahme, auch wenn niemand von selbst an sie denkt.
- Der Kellerzugang
Kellerabgang von außen, Kellertür zum Hof, Kellerfenster und Lichtschacht. Im Altbau ist das häufig der einzige Zugang, an dem seit Jahrzehnten nichts verändert wurde.
- Warum die Prüfnorm dabei zählt
DIN EN 1627 ordnet einbruchhemmende Bauteile in Widerstandsklassen von RC 1 N bis RC 6 — gemessen wird die Zeit, die ein Bauteil einem festgelegten Werkzeugsatz standhält. „Einbruchhemmend“ ist deshalb der richtige Begriff, „einbruchsicher“ keiner: verzögert wird, garantiert wird nicht. Ratgeber: was RC-Klassen bedeuten.
- Wer herstellerneutral berät
Die polizeilichen Beratungsstellen beraten ohne Bindung an ein Fabrikat und ohne eigenes Verkaufsinteresse. Wer unsicher ist, ob ein angebotenes Bauteil zur eigenen Tür passt, bekommt dort eine zweite, unabhängige Einschätzung.
Was dieser Text ist — und was nicht
Eine Orientierung, keine Förderzusage
Dieser Leitfaden ordnet die Reihenfolge und die typischen Bauteile. Er nennt keine Konditionen und keinen Programmstand, weil Förderbedingungen angepasst werden und ein abgeschriebener Stand schneller falsch ist, als eine Website aktualisiert wird. Prüfen Sie den aktuellen Stand deshalb bitte direkt bei der KfW — dort steht auch, welche technischen Mindestanforderungen ein Bauteil erfüllen muss und wer antragsberechtigt ist.
Was wir beurteilen können, ist die Tür: ob Rahmen, Türblatt und Beschlag eine Nachrüstung tragen und welches Bauteil an Ihrem Bestand technisch sinnvoll ist. Was wir nicht beurteilen können, ist Ihr Förderanspruch. Und die rechtlichen Fragen, die in diesem Text vorkommen — Mietvertrag, Eigentümergemeinschaft, Denkmalschutz —, sind eine erste Einordnung und kein Ersatz für eine Rechtsberatung.
Wir sind ein Fachbetrieb, keine Förderstelle. Was wir zusagen können, sagen wir zu; was Förderbank und Behörde entscheiden, entscheiden sie ohne uns.
Zwei Rollen
Wer entscheidet — und wer vorher fragen muss
Dieselbe Maßnahme, zwei völlig verschiedene erste Handlungen. Welche der beiden Hälften für Sie gilt, entscheidet, womit Ihr Vorhaben beginnt.
Sie entscheiden über die Bausubstanz
An Ihrem eigenen Haus entscheiden Sie über Tür, Fenster und Kellerzugang selbst — und Sie sind damit auch die Seite, die beauftragt und die Unterlagen führt. Im Wohnungseigentum kommt eine Ebene dazu: Was Gemeinschaftseigentum ist und was nicht, entscheidet darüber, ob ein Beschluss nötig wird.
- Erst die Unterlagen, dann der Auftrag
Antragsweg und technische Anforderungen klären, bevor ein Betrieb beauftragt wird. Die Reihenfolge weiter oben gilt für Sie unverändert.
- In der Gemeinschaft zählt der Beschluss
Greift die Maßnahme sichtbar in das Gemeinschaftseigentum ein, gehört sie auf die Tagesordnung der Eigentümerversammlung — nicht in ein Telefonat am Wochenende.
Sie brauchen zuerst die Zustimmung
Bauliche Nachrüstung an Tür oder Fenster ist Sache der Eigentümerseite. Zur Miete holen Sie die Zustimmung ein, bevor gebohrt wird — schriftlich, und am besten gleich zusammen mit der Frage, wer das Vorhaben trägt und wer bei einem Auszug zurückbauen muss. An diesem einen Satz bleiben die meisten Vorhaben hängen, nicht an der Technik.
- Wer beantragt, hängt an der Rolle
Ob Sie selbst antragsberechtigt sind oder die Eigentümerseite, richtet sich danach, wer die Maßnahme beauftragt und trägt. Klären Sie das, bevor Sie einen Betrieb beauftragen — nicht danach.
- Nicht jede Schlüsselfrage ist eine Baufrage
Beim Schlüsselverlust gilt zunächst das Verursacherprinzip. Eine ganze Schließanlage schulden Sie aber nur, wenn eine konkrete Missbrauchsgefahr besteht und die Vermieterseite die Anlage tatsächlich austauscht. Melden Sie den Verlust; entscheiden muss die Vermieterseite. Auch das ist eine Orientierung, kein Rechtsrat.
Nachrüstung — ergänzt wird am vorhandenen BauteilDer Bestand vor Ort
Drei Türen, an denen die Nachrüstung hier meistens beginnt
- Die Siedlungshaustür
Der Duisburger Norden ist Siedlungsland: In Wehofen steht eine denkmalgeschützte Bergarbeitersiedlung mit Sichtmauerwerk, in Vierlinden und Overbruch überwiegend ehemalige Bergarbeiterhäuser. Jedes Haus hat seinen eigenen Eingang mit kleinem Vorgarten — eine einzelne Tür, die sich gut nachrüsten lässt: Siedlungshaustüren in Walsum.
- Der Kellerabschluss
Hinter der Haustür folgt im Siedlungsbau fast immer eine zweite, ältere Tür: der Abschluss zum Keller oder der Abgang im Hof. Sie steht selten auf der Liste und ist regelmäßig das schwächste Bauteil des Hauses.
- Der Hofdurchgang
Die niedrigen Verbindungsbauten zwischen den Siedlungshäusern waren ursprünglich Stallungen und Durchgänge zum Blockinnenbereich. Ihre Türen sind schmal, alt und führen direkt in den rückwärtigen Bereich — genau dorthin, wo niemand hinsieht.
Im denkmalgeschützten Bestand kommt eine Frage dazu, bevor gebohrt wird: Was an der sichtbaren Fassadenseite verändert werden darf, klärt die zuständige Denkmalbehörde. Auch das gehört vor die Auftragsvergabe, nicht danach.
Vom Leitfaden zur Leistung
Zwei Wege — geplant oder nach dem Schaden
Ein Ratgeber erklärt, eine Leistungsseite beschreibt den Ablauf. Welche der beiden Karten für Sie gilt, hängt allein daran, ob schon etwas passiert ist.
geplant
Einbruchschutz nachrüsten
Querriegel, Sicherheitszylinder mit Bohr- und Ziehschutz, Schutzbeschlag, Schließblech, Bandseitensicherung — immer nach Aufmaß an der vorhandenen Tür, nie nach Katalog. Das ist der Fall, für den es überhaupt eine Förderung gibt.
nach dem Schaden
Erst sichern, dann aufrüsten
Ist bereits eingebrochen worden, steht die Sicherung vorn: Zylinder, Schloss, Schließblech, Beschlag und Rahmen wieder gebrauchsfähig machen. Die Aufrüstung folgt als zweiter Schritt — und dieser zweite Schritt ist wieder ein geplantes Vorhaben mit der Reihenfolge von oben.
Kostenlose Beratung
Ob Ihre Tür eine Nachrüstung trägt, sieht man ihr an — nicht diesem Text
Am Telefon nehmen wir auf, worum es geht: Türblatt und Rahmen, Beschlag und Zylinder, Nebeneingang oder Kellerabgang, Miete oder Eigentum. Daraus ergibt sich, was an Ihrer Tür technisch möglich ist und in welcher Reihenfolge es sinnvoll ist. Genau dafür gibt es die kostenlose & unverbindliche telefonische Beratung — und sie steht ausdrücklich vor jeder Beauftragung, nicht danach.
Wovon der Aufwand abhängt und warum auf dieser Seite keine Zahl steht: Kosten der Nachrüstung vorher besprechen
Beratung zuerst, Antrag danach, Montage zuletzt
Diese drei Wörter sind der ganze Leitfaden. Wer sie in dieser Reihenfolge abarbeitet, hat den häufigsten Fehler schon hinter sich gelassen — und wer unsicher ist, welcher Schritt gerade dran ist, klärt genau das im Gespräch. Kein Formular, kein Rückrufbogen, keine Anmeldung.
Weiterlesen: weitere Ratgeber zu Schloss und Tür · Kontakt: Beratung zur Nachrüstung.